Die Kontaktaufnahme

(Falls du noch auf der Suche nach deiner Traumfrau bist, empfehle ich Teil eins des Bizarr-Paysex-Ratgebers: Die Wahl der passenden Spielpartnerin.)

Du hast eine Auswahl getroffen und es ist an der Zeit, einen ersten Kontakt herzustellen. Vielleicht hast du noch Fragen, vielleicht möchtest du auch gleich einen Termin für ein persönliches Gespräch oder für eine Session vereinbaren.
Wenn deine Favoritin spontane Besucher empfängt und du ohne Termin vorbeischauen möchtest, kannst du diesen Text überspringen – hier geht es um die Kontaktaufnahme per Telefon oder e-mail. Der nächste Teil der Einsteiger-Fibel wird das persönliche Vorgespräch zum Thema haben.

Vorweg zur Erklärung: Meine Kolleginnen und ich, die wir unsere Gäste überwiegend oder sogar ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung empfangen, bekommen täglich zahlreiche Anfragen von unbekannten Interessenten. Leider legen es einige Herren gezielt darauf an, uns auf den Arm zu nehmen – sei es, weil sie Telefonsex-Gebühren sparen möchten, weil sie irgendwelche Agressionen gegen Sexworker hegen, oder aus Gründen, die sich uns wohl nie erschließen werden. Dazu kommen diejenigen, die einen Termin vereinbaren und dann nicht erscheinen, weil sie im letzten Moment der Mut verlässt. Fakt ist jedenfalls, dass wir als Sexworker sehr genau selektieren müssen, welche der Anrufer oder e-mail-Autoren wir ernst nehmen können und welche nicht, und für wen wir entsprechend Zeit für einen vereinbarten Termin reservieren bzw. wessen Anfragen wir detaillierter beantworten wollen. Um dir die Dimensionen vor Augen zu führen: Je nach Art der Werbung liegt die „Fake“-Quote bei unbekannten Anrufern bei 50-90%! Die Zuverlässigkeit von e-mail-Kontakten ist meist etwas höher.

Manche Kolleginnen verzichten deshalb ganz darauf, Termine mit Erstbesuchern zu vereinbaren, wenn Domizil und Arbeitsweise auch Laufkundschaft zulassen, andere lassen sich Termine mehrfach auf verschiedenen Wegen (e-mail, Telefon, SMS) und zu bestimmten Uhrzeiten bestätigen oder nehmen Telefonate nur von Anrufern mit Rufnummernübertragung entgegen.

Glaub mir, auch uns Anbieterinnen wäre nichts lieber, als auf diese Maßnahmen verzichten zu können, denn zum einen sind sie umständlich für uns wie für euch, zum anderen unterlaufen uns dabei natürlich Fehler: trotz aller Erfahrung erscheint gelegentlich jemand nicht, der uns seriös schien, oder es wird ein Anrufer durch einen harschen Ton am Telefon abgeschreckt, der es ernst meinte und sich lediglich unglücklich ausgedrückt hat. Und besonders ärgerlich ist es, wenn du dir mühsam Zeit geschaffen oder eine längere Anfahrt hinter dir hast, die Dame den Termin aber mit einem „der kommt sowieso nicht“ gar nicht erst in ihren Kalender eingetragen hatte und du vor verschlossener Tür stehst.

Wie kannst du als ernsthafter Interessent nun deine Zuverlässigkeit zum Ausdruck bringen und uns dabei helfen, dich in die richtige Schublade zu stecken?

Dazu einige Tipps.

  • Studiere alle Informationen gründlich, die deine Favoritin zur Verfügung stellt. Sei es der Anrufbeantworter mit Info-Band, die Anzeige im Magazin oder die Website. Wir wissen recht genau, wo du unsere Kontaktdaten her haben kannst („der Kumpel“, der dir die Telefonnummer zugesteckt hat, ist bestimmt so nett, dir auch die Web-Adresse zu verraten) und welche Informationen dort sonst noch aufgeführt sind. Spätestens bei der dritten Frage, die in aller Ausführlichkeit bereits dort beantwortet steht, wo du auch die Telefonnummer her hast, landet deine Anfrage in der Rundablage für Telefon-Erotiker. Glaub mir, ich bekomme Anrufe von Leuten, die offenbar nicht einmal wissen, in welcher Stadt ich anzutreffen bin.
  • Per e-mail ist eine persönliche Anrede und ein Bezug auf die Anzeige oder das Repertoire der Lady vertrauenserweckender als eine Massenmail der Marke „Hallo Herrin“, gefolgt von einer Wunschliste, die die Angeschriebene zu zwei Dritteln nicht erfüllen kann oder will.
  • Formuliere dein Anliegen höflich und sachlich. Wenn eine Domina in ihrer Werbung bereits einen „herrischen“ Ton anschlägt und dir diese Ansprache liegt, sei entsprechend noch ein wenig höflicher als üblich. Mir ist umgekehrt bisher kein Fall bekannt, in dem ein Aktiver ob normalen zwischenmenschlichen Respekts bei der Kontaktaufnahme von einer Sklavin oder Zofe nicht erst genommen wurde.
  • Eine Kontaktaufnahme muss keine Terminvereinbarung sein! Wenn du Fragen hast, stelle sie und vereinbare einen Termin erst dann, wenn du dir sicher bist, dass du ihn auch wahrnehmen möchtest. Erst einen verbindlichen Termin zu vereinbaren und dann eine Liste von grundsätzlichen Fragen zu stellen, macht dich nicht glaubwürdiger, sondern lässt allenfalls vermuten, dass der Termin nur ein Vorwand war, um ein Pläuschchen zu halten – insbesondere dann, wenn die Fragen in die Kategorie „auf der Website beantwortet“ fallen. Das ist ein ganz typischer Fall von einem Telefonat, das recht schnell beendet werden wird, und einem „Termin“, der seinen Weg gar nicht erst in meinen Kalender findet.
  • Eine Anfrage per mail zur Umsetzbarkeit einer bestimmten Phantasie oder eine Terminvereinbarung sind keine erotische e-mail-Erziehung. Sei nicht enttäuscht, wenn dein Gegenüber kurz und sachlich antwortet, auch wenn dein Anschreiben ausführlich war.
  • Dasselbe gilt für Anrufe. Viele Kolleginnen halten Telefonate kurz und verweisen auf ein unverbindliches Gespräch vor Ort für den Fall, dass du ausführlicheren Informationsbedarf hast. Nimm das bitte nicht persönlich – wie gesagt, unser aller Leben wäre einfacher, wenn wir jeden Anrufer ernst nehmen könnten.
  • Denke über die Frage „Stimmt das auch alles, was auf deiner Website steht?“, kurz nach, bevor du sie stellst. Falls sie sich dann nicht von selbst erledigt hat, strenge noch ein paar Synapsen mehr an. Bitte. (Die Nachfrage bzgl. eines dir wichtigen, konkreten Punktes ist natürlich ausgenommen: „Sind die Stiefel auf Foto xy noch vorhanden?“ oder „Sind deine angegebenen Anwesenheitszeiten aktuell?“ zum Beispiel).
  • Anrufern mit Nummernübertragung wird von vielen Sexworkern ein größeres Vertrauen entgegengebracht, auch wenn sie noch nicht so weit sind, bei unterdrückter Rufnummer gar nicht mehr abzuheben. Ich kann mich natürlich nicht für alle Kolleginnen verbürgen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass eine renommierte Professionelle diese Nummer in irgendeiner Weise verwendet, die nicht mit dir abgesprochen ist, ist extrem gering. In Freierforen immer wieder empfohlen wird ohnehin ein spezielles „Hobby-Handy“. Da ein Zeitverschwender sich normalerweise nicht die Mühe macht, sich für jeden Kontakt eine neue Rufnummer zu besorgen, ist ein Mobiltelefon mit Nummernübertragung meist völllig ausreichend. (Bei Escort-Verabredungen gibt es manchmal Ausnahmen, bei denen die Angabe einer Festnetz-Nummer erforderlich ist.)
  • Kontaktiere die Lady auf mehrere Arten. Rufe z.B. an und frage, ob du eine detailliertere Phantasie per e-mail schicken kannst, um abzuklären, ob sie eine solche Session umsetzen möchte. Oder rufe nach einer e-mail-Anfrage und einer Rückantwort kurz an, um einen konkreten Termin zu vereinbaren oder zu bestätigen. Sei konsistent und beziehe dich dabei jeweils auf den vorherigen Kontakt.
  • Wenn ein bestimmtes Zeitfenster für eine Terminbestätigung vereinbart war, halte dich daran! Im Notfall schicke eine kurze SMS und rufe anschließend an, sobald es möglich ist. Das gilt auch für aktive Gäste (nein, auch eine Sklavin harrt deines verspäteten Anrufes nicht kniend, sondern hakt die Sache ab, wenn du dich nicht meldest).
  • Wenn du einen Termin nicht einhalten kannst, sag möglichst frühzeitig ab. Solange deine Absagen nicht überhand nehmen, ist das oft kein Problem. Ohne Absage nicht zu erscheinen setzt dich allerdings umgehend auf die Blacklist der Dame und oft des ganzen Studios inklusive befreundeter Kolleginnen.
  • Denke nicht, dass du, nur weil du deine Rufnummer unterdrückt hast oder von verschiedenen e-mail-Accounts schreibst, nicht wiedererkannt wirst. Ein „es tut mir sehr leid, ich habe es letztes mal nicht geschafft / mich hat der Mut verlassen und ich hab mich nicht getraut abzusagen“ eröffnet dir vielleicht eine zweite Chance – so zu tun, als hättet ihr noch nie miteinander gesprochen, ganz sicher nicht. Übrigens: auch dieselbe e-mail-Anfrage alle paar Monate wieder zu verschicken, ohne bei positiver Rückmeldung dann tatsächlich je einen Termin zu vereinbaren, macht dich nicht gerade glaubwürdig.
  • Dass du diese Tipps bis zum Ende durchgelesen hast, zeugt bereits davon, dass du dir Gedanken machst. Ich sehe gute Chancen für spannende Begegnungen. 🙂

Ich wünsche viel Erfolg bei der Kontaktaufnahme und Vorfreude auf dein erstes Treffen!

Dieser Artikel ist Teil des Bizarr-Paysex-Ratgebers:

  1. Die Wahl der passenden Spielpartnerin
  2. Die Kontaktaufnahme
  3. Session-Vorbereitung
  4. Tipps für ein erfolgreiches Vorgespräch
  5. Nachsorge Teil I (körperlich)Teil II (emotional)

Wenn du den Ratgeber hilfreich fandest, könnten dich auch meine weiteren Einsteiger-Tipps interessieren.

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3 Kommentare zu “Die Kontaktaufnahme”

  1. Rolf sagt:

    Liebe Undine,

    Du schreibst:

    „Glaub mir, ich bekomme Anrufe von Leuten, die offenbar nicht einmal wissen, in welcher Stadt ich anzutreffen bin.“

    Hier muss ich dann doch die Anmerkung machen, dass es durchaus Damen gibt, bei denen dies auf ihrer eigenen Webseite nicht klar wird. Da wird alles mögliche geschrieben, sogar ein Impressum – aber nirgendwo ist der tatsächliche Ort des Studios o.ä. vorhanden.

    In diesen Fällen kann man vom Besucher schlecht verlangen, dass er das weiß – zumal er zumeist keine lange Webrecherche vornehmen will.

    Übrigens ist auch das ein Problem: Häufig schreiben Damen in verschiedenen Foren auch unterschiedliche Sachen. So kann es durchaus mal kommen, dass man als potenzieller Freier mal nachfragt, obwohl Sachen evtl. auf der Webseite schon abgehandelt sind. Manchmal hat man auch nicht die eigentliche Webseite gefunden, sondern nur eine andere mit einem kurzen Listing. Es ist nicht immer leicht möglich, eine zugehörige Webseite zu finden, zumal manche Dame auch mehrfach und schnell umzieht (was allerdings ein eher schlechtes Zeichen ist).

    Ich möchte hiermit keine Kritik an Dir üben – so weit ich das gesehen habe trifft das alles bei Dir nicht zu. Vielmehr will ich nur darauf hinweisen, dass es auch aus Sicht eines Freiers nicht immer ganz einfach ist, so dass eventuell „dumme“ Fragen kommen.

    Hinzu kommt dann auch noch die Aufgeregtheit, die ich beispielsweise jedesmal habe – trotz etwa 18 Jahren Studioerfahrung. Da passiert es ebenfalls sehr schnell, dass man Sachen vergißt und bei seinem Gegenüber möglicherweise die Alarmglocken aktiviert.

    • Undine sagt:

      Hallo Rolf,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.

      Natürlich ist es klar, dass niemand von einem Interessenten erwarten kann, bei widersprüchlichen Informationen aus unterschiedlichen Quellen zu erraten, welches denn nun die derzeit aktuelle ist. In so einem Fall wäre es dann wohl am besten zu erklären, dass du sowohl diese als auch jene Aussage an unterschiedlichen Orten (im Netz oder in Printmedien) gefunden hast, und einfach nachzufragen, was es damit auf sich hat. Wichtig ist einfach in erster Linie, dass die Kollegin merkt, dass du dich mit ihrem Angebot auseinandergesetzt hast.

      Du schriebst außerdem:

      Hinzu kommt dann auch noch die Aufgeregtheit, die ich beispielsweise jedesmal habe – trotz etwa 18 Jahren Studioerfahrung. Da passiert es ebenfalls sehr schnell, dass man Sachen vergißt und bei seinem Gegenüber möglicherweise die Alarmglocken aktiviert.

      Das ist absolut verständlich. Ich hoffe, auch in solchen Fällen ist der Ratgeber nützlich, nicht nur für Neulinge. Ich persönlich mache mir gern vor einem Telefonat Notizen, wenn ich nervös bin oder Bedenken habe, wichtige Fragen zu vergessen, vielleicht ist das eine Möglichkeit für dich?

      Beste Grüße,
      Undine

  2. Rolf sagt:

    Oh, zu früh auf „abschicken“ gedrückt:

    Was ich noch sagen wollte: Ich finde den Ratgeber gut geschrieben und danke Dir dafür. Ich werde mir jetzt die weiteren Teile einverleiben.

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