Emotionale Nachsorge

Die Versorgung körperlicher Blessuren nach einer BDSM-Session habe ich im ersten Nachsorge-Artikel des Bizarr-Paysex-Ratgebers behandelt. Hier soll es nun um den Umgang mit Nachwirkungen emotionaler Art gehen.

BDSM wirkt für viele Menschen tief in der Psyche und kann unerwartete, mitunter schwer zu kontrollierende Gefühle auslösen. Das ist grundsätzlich kein Grund zur Beunruhigung, solange der richtige Umgang mit der Situation dazu führt, dass sich die Gefühlslage der Beteiligten früher oder später auch wieder normalisiert. Auch Tage nach einer Session kann es noch zu Gefühlsschwankungen kommen – von einer milden Form von Größenwahn („Nach dem, was ich da überstanden habe, kann mir nichts mehr passieren, ich bin unzerstörbar!“) bis hin zu plötzlichen Schüben depressiver Verstimmung.

Aber der Reihe nach:

Unmittelbar nach dem Spiel: Auffangen

Unter „Auffangen“ versteht man den sanften Übergang aus der Spielsituation zurück in die Realität. In einem BDSM-Szenario gerät insbesondere der Passive oft in einen Zustand veränderter Wahrnehmung, den sogenannten „Sub-Space“: eine leichte, gelegentlich auch tiefere Trance mit starkem Fokus auf die eigene Innenwelt und/oder auf den oder die Aktive. Ein allzu abruptes Auftauchen daraus fühlt sich selten angenehm an. Je nachdem, wie weit der aktive Part sich gehen lässt, gibt es dort ähnliche Phänomene, in diesem Fall ist das „Auffangen“ eher ein gemeinsames, für alle Beteiligten angenehmes Ritual als etwas, das der Aktive zum Wohl des passiven Passiven initiiert. Selbst im Kontext kommerzieller SM-Dienstleistungen ist es ganz und gar nicht ausgeschlossen, dass der beteiligte Profi anschließend ebenfalls einer „Erdung“ bedarf.

Die Strategien des Auffangens sind unterschiedlich und hängen von den Bedürfnissen der Beteiligten ab. In diesem Moment ist ganz besonders die Empathie und Erfahrung des Profis gefragt – und als Gast solltest du dich nicht scheuen, deine Wünsche zu äußern, sofern du sie formulieren kannst. Solltest du bereits im Vorfeld wissen, welche Art der sanften Landung dir im allgemeinen guttut, ist das übrigens ein Thema, das auch ins Vorgespräch mit einfließen kann und sollte.

Zum Auffangen können gehören:

  • Das langsame Lösen von Fesseln – bewusst und rituell statt zweckgerichtet
  • Gleiches gilt für das Auflösen von Transformationen, zum Beispiel das Ablegen von Halsbändern oder TV-Garderobe
  • Körperliche Nähe: eine Hand auf der Brust des Passiven, einander die Hände halten, eine Umarmung bis hin zum Kuscheln, je nach Wohlfühlbereich der Beteiligten
  • Gemeinsame Ruhe, einander Zeit lassen, ohne zu sprechen
  • Ein kühles Getränk
  • Eine heisse Dusche
  • Zweisamkeit
  • Alleinsein
  • Meditation
  • Ein Spaziergang in der Natur, Bewegung, frische Luft, Sonnenlicht

Nach dem Auffangen: Das Nachgespräch

Im kommerziellen Kontext sollte das Nachgespräch meines Erachtens ein Angebot an den Gast sein, keine Forderung. Das weibliche Äquivalent zu „Und Baby, war ich gut?“ hat hier nichts verloren – allenfalls eine Frage nach dem allgemeinen Befinden und den aktuellen Bedürfnissen, sei es ein weiteres Getränk, ein Gespräch, oder ein Taxi. Wenn mein Gegenüber unser Spiel bereits jetzt inhaltlich reflektieren möchte: fein. Wenn ihm der Sinn mehr nach allgemeiner Konversation steht, sehe ich darin ein erweitertes Auffangen, eine Rückkehr in die Realität. Auch das ist selbstverständlich in Ordnung. Und dann gibt es noch die „Flüchter“, die, kaum aus der Dusche zurück, bereits im Mantel und mit der Tasche in der Hand darauf warten, möglichst schnell verschwinden zu können. Dafür kann es verschiedene Gründe geben, die ich in den meisten Fällen auch nicht persönlich nehme. Wenn zu deiner bevorzugten Art der Erdung zum Beispiel die Bewegung an der frischen Luft gehört, bevor du dich überhaupt weiter mit dem Erlebten auseinandersetzen möchtest, ist es nur logisch und sinnvoll, auf ein unmittelbares Nachgespräch zu verzichten.

Wer übrigens möglichst schnell gehen möchte, um der Dame nicht zur Last zu fallen, kann damit natürlich unter Umständen richtig liegen – genauso möglich ist es allerdings, dass die Kollegin sich entweder Sorgen macht, ob alles in Ordnung ist, oder ihr damit selbst ein Abschluss, eine Auflösung des Spiels fehlt. Entgegen landläufiger Meinung investiert auch unsereins gern mal Herzblut in eine intensive Begegnung, und auch wenn wir als Profis sicherlich unsere Methoden haben, allein wieder zurück auf „normal“ zu schalten, wäre ein gemeinsames Ausklingen, und sei es nur für zehn Minuten, durchaus manchmal stimmiger. Das ist ein Thema, was sich leider so gar nicht verallgemeinern lässt, weil es ausgesprochen situations- und personenabhängig ist, sowohl von Seiten des Gastes als auch von Seiten der Sexworkerin. Ich selbst habe manchmal Sessions, nach denen ich am liebsten nur allein unter der Dusche tief durchatmen möchte und manchmal Situationen, da würde ich gern noch eine Weile klönen. Insofern kann ich gut verstehen, dass bei meinen Gästen ebenfalls unterschiedliche Bedürfnisse bestehen, und zwar unabhängig von der subjektiven Qualität des Erlebten.

Einen Rat, wie du als Gast herausfinden kannst, ob deine Lady noch Zeit mit dir verbringen möchte oder nicht, ist leider schwer zu geben. Du kannst ja nicht wissen, ob ihre positive Antwort auf deine Frage vielleicht aus Gründen der Kundenbindung erfolgt, oder ob ihr Bedauern ob eines direkt nachfolgenden Termins nur ein Vorwand ist, um dich loszuwerden. Beides kann natürlich auch schlicht der Wahrheit entsprechen.

Einen bis mehrere Tage nach dem Spiel: Nachbereitung

Ich kenne etliche Kolleginnen, für die die Nachbereitung eines Spiels, meist per e-mail, gelegentlich auch telefonisch, zum üblichen Umfang ihres Angebots gehört. Insbesondere dann, wenn im Nachgespräch noch nicht der richtige Zeitpunkt war, um auf inhaltliche Details der Session einzugehen. Ein solches Feedback ist für beide Beteiligten wertvoll und kann das Verständnis füreinander wunderbar vertiefen, natürlich vor allem, wenn weitere gemeinsame Erlebnisse geplant sind. Ich persönlich bevorzuge einen e-mail-Austausch, da mir dann die Details der letzten Session vor einer nächsten Begegnung, die möglicherweise erst einige Monate später stattfindet, noch präsent sind.

Zur Inspiration für eine Session-Reflexion hier einige Fragen:

  • Wie war dein Gesamteindruck unserer Begegnung?
  • Was hat dich im Spiel besonders beeindruckt und warum?
  • Was würdest du am liebsten gleich nochmal erleben?
  • Was möchtest du gern bei Gelegenheit intensiver erforschen?
  • Welche deiner Reaktionen haben dich selbst überrascht?
  • Was fandest du (ernsthaft) unangenehm?
  • Mit welchen Anpassungen würdest du die unangenehmen Punkte nochmals probieren wollen? Oder gar nicht?
  • Was hast du dir anders vorgestellt oder gewünscht, und zwar wie?
  • Möchtest du Kritik am organisatorischen Ablauf loswerden?

Selbstverständlich musst du nicht all diese Fragen beantworten, sondern nur die, die dir wichtig erscheinen. Auch ein „War klasse gestern, vielen Dank!“ ohne weitere Details freut uns – und vielleicht möchtest du einige dieser Punkte auch einfach erst im nächsten Vorgespräch anbringen.

Negative Kritik ist natürlich immer eine heikle Sache. Es soll ja Begegnungen geben, da scheint hinterher jedes Wort zuviel, weil sie so völlig in die falsche Richtung gelaufen sind, dass man einander sowieso nie wieder sehen möchte. Natürlich ist niemand dazu verpflichtet, seine Beanstandung zu formulieren, und ich wünschte, ich könnte mich für alle Kolleginnen verbürgen, mit Kritik konstruktiv umgehen zu können. Worum ich allerdings wirklich bitten möchte ist, der Dame die Möglichkeit zu einer persönlichen Stellungnahme zu geben, falls du planst, eine Bewertung irgendwohin weiterzutragen oder zu veröffentlichen. Eine BDSM-Begegnung ist eine komplexe und intime Angelegenheit, und natürlich kann es vorkommen, dass die berühmte „Chemie“ nicht passt, der Funke nicht überspringt oder eine Reaktion falsch interpretiert wird. Solche emotionalen Unstimmigkeiten sollte man auch möglichst getrennt von objektiven organisatorischen Kriterien (Sauberkeit des Badezimmers, Wartezeiten bei einem verbindlich vereinbarten Termin, Telefongespräche während einer Session o.ä.) betrachten, auch wenn es sicherlich menschlich ist, nach einer warum auch immer verpatzen Session erst mal einfach alles an der Aktion und der Frau schlecht zu finden.

Stunden bis Tage nach einem Spiel: Abstürze und Notfälle

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, kann es nicht nur innerhalb einer Session, sondern auch noch Tage danach zu unvorhergesehenen, starken Gefühlsausbrüchen kommen. Das Phänomen, Stunden oder Tage nach einem Spiel plötzlich in ein emotionales Loch zu fallen, ist als „Sub Drop“ hinlänglich bekannt. Meist wird zu einem erneuten Auffangen geraten, die Maßnahmen sind oben beschrieben. In einem kommerziellen Verhältnis genau wie in einer privaten Fernbeziehung fällt der physische Kontakt dabei nun meist leider weg, dabei ist gerade der für die meisten Fälle von Sub Drop am hilfreichsten. Ich hoffe, dass möglichst viele Kolleginnen in einem ernstzunehmenden emotionalen Notfall für ihren Gast auch im Nachhinein da sind, insbesondere, wenn das Phänomen zum ersten mal auftritt und ihn überrascht. Oft hilft schon das Wissen, dass diese Stimmungsschwankungen nicht ungewöhnlich sind und von selbst wieder verschwinden. Meist treten sie im Nachklang einer besonders tiefgehenden Begegnung auf.

Wer regelmäßig intensiven BDSM in einem kommerziellen Rahmen ausleben möchte, wird in den meisten Fällen mit der Zeit lernen (müssen), sich bei einem nachträglichen Absturz weitgehend selbst aufzufangen, da selbst eine engagierte Sexworkerin dies selten regelmäßig wird leisten können. Die gute Nachricht ist: eine solche Selbsthilfe ist erlernbar und die „Drops“ werden mit der Zeit und besserer Selbstkenntis weniger unangenehm.

Die schlechte Nachricht: Nicht jeder, der zum Sub Drop neigt, möchte diesen Preis zahlen. Ich verstehe jeden, der sich nach einer solchen Erfahrung vom kommerziellen BDSM wieder abwendet oder zumindest die Tiefe seiner Hingabe gegenüber einer professionellen Lady begrenzt. Umso mehr freuen wir Profis uns über diejenigen, die von diesem Übel nicht geplagt werden oder bereit sind, sich damit auseinanderzusetzen.

Zum Abschluss noch ein Link zu einer Diskussion des Sub-Drop-Phänomens in einem Gäste-Forum, Thema: „Niedergeschlagen nach Session“.

Bei diesem Artikel freue ich mich ganz besonders über Kommentare und Ergänzungen:

  • Wie werdet ihr gern aufgefangen?
  • Bevorzugt ihr im Nachgespräch Manöverkritik oder Smalltalk?
  • Welche Erfahrungen habt ihr mit Session-Nachbereitung gemacht?
  • Wie fühlt ihr euch nach euren Sessions?
  • Kennt ihr den beschriebenen „Drop“ aus eigenem Erleben, und wie geht ihr damit um?

Dieser Artikel ist Teil des Bizarr-Paysex-Ratgebers:

  1. Die Wahl der passenden Spielpartnerin
  2. Die Kontaktaufnahme
  3. Session-Vorbereitung
  4. Tipps für ein erfolgreiches Vorgespräch
  5. Nachsorge Teil I (körperlich) – Teil II (emotional)

Wenn du den Ratgeber hilfreich fandest, könnten dich auch meine weiteren Einsteiger-Tipps interessieren.

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20 Kommentare zu “Emotionale Nachsorge”

  1. LadyTanja sagt:

    wow!

    Vielen Dank für diesen wundervollen Blogeintrag. Ich habe beim Lesen eine Gänsehaut bekommen.

  2. Jorgo sagt:

    Hallo Undine,

    herzlichen Dank für Deine Arbeit

    Liebe Grüße
    Jorgo

  3. Cain sagt:

    Hallo Undine,
    Ersteinmal vielen Dank ersteinmal für den tollen Artikel. Leider kann ich deine Fragen dazu nur sehr rar beantworten, da mein Erfahrungsschatz gleich Null ist.
    Was ich weiß ist, dass ich als Entspannungsmethode es unheimlich genieße einfach nur meinen Nacken gekrault und umarmt zu werden, also eher die „Zweismakeitsschiene“.

    Gruß
    Cain

    Ps: Keine Ursache für das Kompliment aus dem letzten Kommentar 😉

  4. Jörg sagt:

    Hi Undine,

    kann mich den Glückwunschen zu deinem Artikel nur anschließen.
    Mir hat das ausführliche Nachgespräch sehr geholfen da ich noch soviele Fragen hatte die mir alle beantwortet wurden.

    Dazu kam noch das ich einen Erfahrungsbericht verfasst hatte um alles nochmals zu rekapitulieren.

    Grüße

    Jörg

  5. Undine sagt:

    Herzlichen Dank euch allen! Solches Feedback motiviert mich doch gleich noch zusätzlich für weitere Artikel.

    Beste Grüße,
    Undine

  6. Carsten sagt:

    Hallo Undine,

    auch von mir Respekt für die Arbeit, die Du hier hineinsteckst!

    Was die Nachsorge angeht, ist es wohl so, wie Du auch andeutest: da lässt sich kaum etwas verallgemeinern, sondern es ist sehr individuell von der Persönlichkeit jedes Einzelnen abhängig.

    Ich schätze es beispielsweise besonders, wenn rund um die Session das Gefühl eines ganz „normalen“ Kontaktes zwischen mir und der Dame besteht. Das ist im kommerziellen Rahmen naturgemäß eine echte Seltenheit, es geht aber. Soll heißen: ich muss gar nicht so viel über die Session selbst reden, sondern es reicht, mit ein wenig Small Talk den Weg zurück in die schnöde Realität zu finden.

    Die eigentliche Session reflektiere ich dagegen gerne erst einmal für mich selbst, um mir klar zu werden, was ich gut fand und was nicht.

    Gruß,
    Carsten

  7. Jagged sagt:

    Wieder ein wirklich schöner Text!

    Ein bisschen zu deinen Fragen:

    *****Wie werdet ihr gern aufgefangen?*****

    Hängt von der Fallhöhe ab: Normalerweise mag ich ein sanftes Ausklingen und langsames Übergehen in den „Normalzustand“, zB: Sie sitzt schon, ich knie noch vor ihr, während eigentlich schon langsam normales Gespräch aufkommt. Nur einmal, bei einer Session, bei der wohl der eine oder andere tiefere Nerv getroffen worden war, war etwas mehr nötig, und die Kollegin, bei der das passierte, hat das wunderbar gehandhabt mit körperlicher Nähe und sanften Worten. (Gruß an T., wenn du hier mitliest! 🙂

    *****Welche Erfahrungen habt ihr mit Session-Nachbereitung gemacht?*****

    Komischerweise bislang nur gute: Eigentlich war die „Nachbereitung“ nach jeder Session, die ich bisher hatte, selbst bei den schlechten, jeweils angemessen.

    *****Bevorzugt ihr im Nachgespräch Manöverkritik oder Smalltalk?*****

    Seltsamerweise, obwohl ich eigentlich kein Problem damit habe, mich auszudrücken, mag ich direkt „danach“ eher keine Reflektion der Session. Für mich ist es besser, zuhause alles noch mal zu erinnern und dann eher in eine Mail Feedback zu geben.

    *****Wie fühlt ihr euch nach euren Sessions?*****

    Nach schlechter/belangloser Session: Achselzucken. Auch das Geld tut mir nie leid. Nach guter Session: Gute Laune. Nach sehr guter Session: Bis zu einer Woche tragende Glücksgefühle.

    *****Kennt ihr den beschriebenen “Drop” aus eigenem Erleben, und wie geht ihr damit um?
    *****

    Nur aus einer privaten Beziehung. Wie bin ich damit umgegangen? Eigentlich gar nicht, aber schon nach kaum fünf Jahren war ich eigentlich halbwegs wiederhergestellt. 😉

  8. Jörg sagt:

    Hi Undine,

    mal ne Gegenfrage. Wie gehst du immer mit dem Erlebten um?

  9. Undine sagt:

    Wie gehst du immer mit dem Erlebten um?

    Das kommt drauf an.

    Meine Anfangszeit war hart: Ich wusste noch nicht, bei wievielen Sessions pro Woche mein Limit erreicht ist und hatte fast ausschließlich aktive Gäste, davon leider etliche Typen, die sich gezielt Anfängerinnen aussuchen, weil die weniger fit darin sind, ihre Grenzen zu wahren. Da hatte ich zum Glück sehr viel privaten Rückhalt und bin jeden Abend erst mal in den Armen meines Lebensgefährten zusammengebrochen.

    Die Lernkurve war entsprechend steil und nach ein paar Wochen hatte ich Methoden gefunden, mich selbst aufzufangen. Bis heute ist meine bevorzugte Methode Meditation: Innerer Dialog, Visualisierung und Besinnen auf meine emotionale Stärke.

    Inzwischen scheint meine Balance insgesamt besser geworden zu sein. Ich kann mich im Studio emotional sogar deutlich tiefer einbringen als früher und habe seltener unangenehme Nachwirkungen. Ich schätze, es hängt damit zusammen, dass ich besser weiss, was mir guttut und in noch viel größerem Maße die zu mir passenden Menschen anziehe.

    Gerade heute hatte ich eine Session, in der ich mich passiv ziemlich intensiv habe gehen lassen und wunderbar geflogen bin, und obwohl der Gast ein „Flüchter“ war (wie er grinsend selbst bemerkte, weil er mein Blog liest), ging es mir auch im Nachhinein durchweg gut damit, ohne dass ich irgendetwas spezielles hätte unternehmen müssen.

    Gruß,
    Undine

  10. Jorgo sagt:

    Hallo Undine

    wie darf ich einen „Flüchter“ verstehen?

    herzliche Grüße
    Jorgo

    • Undine sagt:

      Siehe oben: „Und dann gibt es noch die “Flüchter”, die, kaum aus der Dusche zurück, bereits im Mantel und mit der Tasche in der Hand darauf warten, möglichst schnell verschwinden zu können. Dafür kann es verschiedene Gründe geben, […]“

      Gruß,
      Undine

  11. Unsichtbar sagt:

    Hallo Undine,

    ich arbeitete bis vor kurzem ebenfalls als Domina in Hamburg und habe nun aus persönlichen Gründen aufgehoert. (Pause gemacht?!)

    Ich möchte schon lange einmal loswerden, dass ich deine Artikel, Gedankenanstösse und Erfahrungsberichte als sehr wertvoll einstufe, gerne lese und wirklich schätze. Ich habe Respekt vor deinem Geist und deiner inneren Haltung.

    Alles Liebe und Gute für dich,
    eine Kollegin

    • Undine sagt:

      Von einer Kollegin freuen mich Lob und gute Wünsche immer ganz besonders. Herzlichen Dank dafür! Vielleicht hast du ja irgendwann mal Lust, dich zu erkennen zu geben. Ich bin auch immer auf einen Kaffee und Gedankenaustausch zu haben.

      Beste Grüße,
      Undine

  12. Lolla Lux sagt:

    Danke, Undine! Es war sehr schön es zu lesen.

    Lieben Gruß

    Lolla Lux

  13. AV sagt:

    Hallo Undine,

    vielen Dank für die hilfreichen Informationen … den Begriff ‚Flüchter‘ habe ich gerade das erste Mal gehört, er trifft aber 1:1 auf mich zu. Das liegt zum einen daran, dass ich es für das situationsangemessene und normale Verhalten gehalten habe und zum anderen, dass es für mich sehr wichtig ist, erst mal die Erfahrung alleine und unbeeinflusst zu verarbeiten (in der Hinsicht ist es kein ‚Fliehen von etwas‘ mit allen negativen Konnotationen, die da mitschwingen, sondern eher ein Wunsch nach … Selbstkonfrontation und in sich rein horchen ohne externen Input — so schön der auch vorher war). Das es vielleicht etwas merkwürdig rüber kommt ist mir gerade eben erst aufgefallen.
    Was Feedback per Mail betrifft, ich habe einmal die Erfahrung gemacht, dass die Dame beim zweiten Termin meinte, sie hätte sich meine Feedback-eMail gerade nochmal durchgelesen. Dabei machte sie einen merkwürdigen, schwer zu beschreibenden Gesichtsausdruck und hat erst mal eine Weile nichts gesagt. Ich habe das dahingehend interpretiert, dass das Feedback vielleicht etwas zu detailliert oder generell nicht erwünscht war. Entsprechend habe ich daraufhin kein Feedback mehr gegeben. In Zukunft werde ich einfach auf der Meta-Ebene mal nachfragen.
    In der Hinsicht vielen Dank für die Texte hier — ich finde sie sehr hilfreich weil mir einige Normen und Regeln nicht klar sind/waren und es Punkte gibt, die man (ich) schwer fragen kann oder auf die ich auch nicht gekommen wäre.
    Viele Grüße
    AV
    (ich hoffe, der Name ist hier noch nicht verwendet, ist mein erstes Posting mit diesem Namen)

  14. Undine sagt:

    Hallo AV,

    danke für einen Einblick in die Beweggründe deiner „Flucht“!

    Was die erwähnte Dame dachte, als sie schwieg, ist natürlich schwer zu sagen. Ich würde immer empfehlen nachzufragen, wenn etwas unklar ist und es dir wichtig scheint – ein gemeinsames Spiel ist ja nicht zuletzt eine Frage von Vertrauen und gefühlter emotionaler Sicherheit, der klare Kommunikation durchaus zuträglich ist.

    Gruß,
    Undine

  15. Roland sagt:

    Hallo Undine,
    die Ausarbeitung zur emotionalen Nachsorge fand ich klasse. Du steckst ja echt bis ins Detail in der Materie und scheinst Deine Erfahrungen zum Wohle Deiner kommerziellen Partner einzusetzen.
    Beim Thema Nachgespräch scheine ich ja eher eine Ausnahme zu sein: Bisher war es immer so, dass es mir total gut getan hat, mit der Aktiven Dame, die Session unmittelbar danach zu reflektieren. Sonst hab ich nie im Leben die Möglichkeit, offen über mein Erleben und meine Wünsche zu sprechen, da tut diese „Nachbesprechung“ richtig gut. Für mich ist es auch wichtig eine Idee davon zu bekommen, was die Partnerin wann gedacht und gefühlt hat. Da hatte ich während der Session wohl schon manchmal den völlig falschen Eindruck, wie sich im Nachinein raus stellte.

    Gruss
    Roland

  16. Dieter sagt:

    Hallo Undine,
    nun habe ich mich durch deinen ganzen Bizarr-Paysex-Ratgeber „durchgearbeitet“ und möchte dir dafür sehr sehr herzlich danken. Denn es ist etwas wirklich Aussergewöhnliches von einer Sexworkerin so ausführlich, so intelligent und auch warmherzig (nicht nur was die „Kunden“seite betrifft, sondern auch deine persönliche Hingabe an diese Arbeit) in diese Seite des paysex eingeführt zu werden. Ich schreibe dies auch deshalb so gerne, weil es mich so sehr als relativer Neuling seit einem Jahr bewegt und auch alle „Schwierigkeiten“ so unaufgeregt, wie liebevoll beschreibt. Zum Glück habe ich, ohne diesen Blog zu kennen, offensichtlich das Meiste richtig gemacht und bei bisher zwei verschiedenen und wunderbaren Damen meine ersten tollen Schritte im SM-Bereich gemacht. Nochmal einen ganz großen Dank für diesen tollen Blogeintrag
    und herzlichen Gruß (und vielleicht auch einmal persönlich) Dieter

  17. Erwin sagt:

    Hallo liebe Undine,

    Habe auch alle 6 Texte zu diesem interessanten Thema gelesen.
    Erst mal ein herzlicher Dank und tiefer Respekt für diese hilfreiche Texte,
    denn ich bin dabei, zum ersten mal zu einer Domina Dame in meiner Region
    zu gehen, um ein Rache, Ernidrigungs und Bestrafungsspiel zu erleben,
    was aus meiner ersten geschriebene SM Geschichte stammt.
    Und da haben mir ihre Texte hier sehr hilfreiche Tips gegeben, damit mein
    erstes mal bei einer strengen Dame ein Erlebnis der besonderen Art wird.
    Ich knie mich dankbar und demutsvoll vor ihnen, das Du Dir solche Schreibarbeit machst.
    Von Dir habe ich mittlerweile viel gelernt, denn mein erster Studio und Bizarr Lady Kontakt
    habe ich durch meine verdammten eigenen Fehler gänzlich nach hinten losgehen lassen.
    Nun bin ich am verzweifeln, wie ich mich beim Team und einer einzelnen Bizarrlady des Teams
    aufrichtig Entschuldigen kann und es denen erklären kann, was da im Februar in mir gefahren ist,
    denn ich will nicht als schlechter Mensch bei denen stehen, was ich auch nicht bin.
    Jedenfalls verhindern Deine sehr lehrreichen Blogeinträge mich vor neuen Fehlern,
    denn die BDSM Welt ist für mich eine Welt mit völlig anderen Regeln, als im normalen Leben.

    Mit SMlichen Gruß
    Erwin

  18. Nicol sagt:

    Wow. Ich habe selten so wundervolle Worte gelesen. Alleine für ein einstündiges Gespräch wäre ich bereit das Honorar zu zahlen 🙂 . Ich habe das Gefühl vielleicht am Ende einer langen Reise zu sein oder von einer anderen Seite ausgedruck: am Anfang einer neuen, bereichernden Reise. Ich habe einige Blogs gelesen und bin neugierig, erstaunt und wirklich angetan. An dieser Stelle möchte ich daher ein großes Lob aussprechen; für die Mühe und das Einfühlungsvermögen, welches in allen Texten eingeflossen ist. Alles wirkt sehr kompetent, professionell und menschlich. Ich könnte noch soviel schreiben, aber ich muss erst mal meine Gedanken sortieren. Wow!

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