Archiv für die Kategorie ‘Einsteiger-Tipps’

SM und Tantra, Bizarrmassage, Hypno-Massage, wtf?

Donnerstag, 12. März 2015

BDSM und Tantra – ein Gegensatz?

Mit Tantra verbindet mich ja schon seit langer Zeit eine gewisse Hassliebe. Einerseits kann ich als bekennende Physikalistin dem häufig doch recht esoterisch anmutenden Beiwerk wenig abgewinnen und es fällt mir schwer, entsprechende Texte und Anleitungen zu lesen oder mich mit manchen Tantrikern zu unterhalten. Andererseits weiss ich aus eigener Erfahrung, wie bereichernd und erfüllend sich eine Verbindung zwischen zwei (oder mehr) Menschen anfühlt, die sich ganz im Flow des Hier und Jetzt begegnen. Wenn mir Tantramasseurinnen von ihrer praktischen Arbeit erzählen, denke ich ganz oft: Eigentlich tun wir beide dasselbe, nur manchmal mit unterschiedlichen Mitteln. Offenbar hat das moderne Tantramassage-Ritual mit uralten indischen Lehren ohnehin überhaupt nichts mehr zu tun und ist daher auch ganz ohne religiösen Überbau erlebbar. Ich habe schon Tantramassagen für mich selbst gebucht und fand sie wunderbar. Und spätestens, als ich vor einigen Jahren einen „Kinky Twisted Tantra“-Workshop bei der unvergleichlichen Barbara Carrellas besucht habe, wurde mir klar: Der Gegensatz, der ist keiner.

Der erotische Flow, sich selbst (und den Partner) zu spüren, vom Denken ins Fühlen zu kommen, ist zugleich Ziel und Grundlage jeder sexuellen Betätigung. Rituale können helfen, in eine solche erotische Trance einzutauchen. Ebenso die zuvor abgesprochene Aufteilung in einen aktiven, gebenden und einen passiven, empfangenden Partner (mit oder ohne späteren Rollentausch). Beides sind sowohl in der Tantramassage als auch im BDSM wichtige Elemente. Eine Rücken- und Po-Massage kann bruch- und nahtlos in eine Klopf-, Klatsch- und Spanking-Session übergehen. Der schwere Stock wird zum Instrument der entspannten Tiefengewebestimulation. Und umgedreht, auf dem Rücken liegend – wo hört die Intimmassage ohne Zeitdruck auf, wo fängt „Tease and Denial“ an? Bin ich als passiv Empfangender den Berührungen meiner Masseurin ausgeliefert, oder diene ich als Massierende aktiv?

Alles eine Frage der Interpretation. Und die findet bekanntlich im Kopf statt, weshalb ich finde, dass bei der klassischen Tantramassage ein ungeheures Potenzial verschenkt wird. Die wird nämlich schweigend vollzogen. Was natürlich ermöglicht, dass sich die Beteiligten ganz auf ihre Sinne und Empfindungen konzentrieren – aber auch genauso gut auf den Menüplan der Kantine in der nächsten Woche. Es fehlen Worte, die Bilder erzeugen, Phantasien, Empfindungen, Entspannung, Erregung; die Macht der Suggestion … als leidenschaftliche Hypnotiseurin, als sprichwörtliche Sirene fällt es mir ungeheuer schwer, den Mund zu halten, wenn es doch so einfach ist, mit Silben Denken zu formen und Menschen durch ein Flüstern genau dorthin zu führen, wo sie so gern sein möchten.

Damit sind wir beim dritten Element. Streicheln mit Händen und Öl, mit Federn und weichen Kuschelpeitschen, mit Fäusten und Escrima-Stöcken, die Druckwellen durch das Becken genießend; Eis, Wachs, ein Nadelrad, Mentholsalbe, ein Lufthauch und dazu: Worte. Worte, die Wellen der Entspannung durch den Körper fließen lassen, bei jedem Atemzug, von den Haarwurzeln bis zu den Zehenspitzen und darüber hinaus. Worte, die Stellen berühren, die tiefer liegen als Haut und Muskeln, die in dein Innerstes schlüpfen und in kleinen Spiralen in dir aufsteigen, bis sie du sie als wohliges Stöhnen wieder ausatmest. Wo Fesseln oder Augenbinden Berührungen von Händen im Weg wären, ersetzt dein Gedanke durch mein Wort die Fixierung. Ausgeliefert durch mein Wort schicke ich dich in deine persönliche Lieblingsphantasie, die real wird, während meine Hände dich wieder und wieder reizen und locken und zappeln lassen und es nichts gibt, was du tun kannst, um der Qual deiner unermesslichen Gier zu entkommen …

Ich weiss bis heute nicht, wie ich das ganze eigentlich nennen soll. Tantra-Massage mit SM-Elementen und Quatschen? Bizarre Hypno-Massage? Für Vorschläge wäre ich dankbar … Fest steht allerdings eins: Die Nummer ist wirklich ziemlich großartig. Das erkenne ich erstens glasklar am völlig verstrahlten Blick meiner armen Opfer, und zweitens an mir selbst. Da es mir nämlich völlig unmöglich ist, dabei nicht mit in Trance zu gehen und jede Regung meines Gegenübers empathisch zu spiegeln, bin ich am Ende genauso fertig und berauscht und voller strahlender Energie wie das bedauernswerte Wesen, das ich da gerade ein, zwei, drei Stunden durch die Mangel gedreht habe. Probiert es aus! 🙂

Hypnose-Domina-FAQ

Dienstag, 31. Dezember 2013

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema erotische Hypnose, Hypnofetisch und Sessions mit mir als Hypnose-Domina.

  • Wie läuft so eine Hypnose-Session ab?

    Am Anfang steht wie immer das ausführliche Vorgespräch. Gerade, wenn du noch keine reale Hypnose-Erfahrung gemacht hast, ist ein Klären aller Fragen und Bedenken besonders wichtig. Was ist Hypnose und wie wirkt sie? Was möchtest du mittels Hypnose erreichen und was reizt dich daran? Je nach Vorkenntnissen folgt eine kleine praktische Einführung in das Thema, um dich mit hypnotischer Trance vertraut zu machen und dir die Wirkung von inneren Bildern auf deinen Körper ins Bewusstsein zu rufen. Die eigentliche Hypnose ist sehr individuell und hängt von deinen Wünschen und Phantasien ab. Grundsätzliche Möglichkeiten der erotischen und BDSM-Hypnose findest du im Hauptartikel Hypnose und BDSM.

  • Was kostet eine erotische Hypnose-Session und wie lange dauert sie?

    Für ein erstes Hypnose-Erlebnis solltest du eine Stunde Buchungszeit einplanen und wegen des ausführlichen Vorgesprächs insgesamt gut anderthalb Stunden Zeit mitbringen. Die Stunde wird nach meinem üblichen Honorar als Aktive berechnet.

    In einer Stunde können wir zum Beispiel eine hypnotische Fetisch-Traumreise inszenieren, ein oder zwei posthypnotische Trigger verankern und einen erotischen Abschluss in Trance umsetzen. Für ausführlichere Spiele, zum Beispiel ein Rollenspiel in Wachtrance, oder um verankerte Trigger gleich in einer anschließenden SM-Session anzuwenden, empfehle ich mindestens zwei Stunden. Bei erfahrenen Trance-Liebhabern, die schnell in Hypnose gehen, ist für kompakte Szenarien auch ein halbstündiger Hypnose-Quickie möglich.

  • Funktioniert Hypnose auch über Telefon oder Skype?

    Sehr gut sogar. Ich bevorzuge Skype-Sessions, bei der ich deine Reaktionen auf die Hypnose per Webcam beobachten kann. Dabei liegt eine Stunde bei 150 Euro. Möchtest du auch mich sehen, fällt mein übliches Studiohonorar von 250 Euro für eine Stunde an, wobei das für eine Hypnose nicht zwingend notwendig ist, da du ohnehin die meiste Zeit die Augen geschlossen hast.

  • Verkaufst du auch Hypnose-Audiofiles und was kostet das?

    Ich fertige gern individuelle Hypnose-mp3s zum Download auf Wunsch an. Ein etwa dreissig- bis vierzigminütiges Audiofile kostet inklusive Konzeptionierung und Schnitt 250 Euro. Für einen Eindruck meiner Stimme empfehle ich meine kostenlose Leerhypnose. Weitere Hypnose-Audiofiles von mir findest du hier.

  • Lässt sich xyz in Hypnose umsetzen? (mehr …)

Hypnose: Kontraindikationen

Freitag, 16. März 2012

Ein empfehlenswerte Einführung in das Thema erotische Hypnose bzw. BDSM-Hypnose und Hypno-Fetisch ist mein Hypnose-Hauptartikel.

Die Beschäftigung mit einer BDSM-Praktik ist nicht vollständig ohne die Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen. Auch bei der erotischen Hypnose gibt es Kontraindikationen, also Fälle, in denen diese Praktik nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen durchgeführt werden sollte.

Im Artikel „Kontraindikationen, Bühnenhypnose und Willenlosigkeit“ [1] erläutern die Autoren Burkhard Peter und Dirk Revenstorf,

[…] dass zur Durchführung von Hypnose eine gute, klare und einfach strukturierte Beziehung nötig ist. Als kommunikatives Minimum muss gewährleistet sein, dass eine Person in Trance in ihrem aktuellen Erleben innehält oder gar aus der Trance zurückkommt, wenn der Therapeut oder Experimentator sie darum bittet. Es folgt vor allem aber, dass man mit Hypnose generell bei all jenen Personen vorsichtig sein muss, deren Wirklichkeitswahrnehmung strukturell instabil oder erheblich verzerrt ist. Das trifft im allgemeinen auf Psychotiker und Borderline-Patienten sowie mit Einschränkung auch auf bestimmte, zum Ausagieren neigende Hysteriker zu.

Im weiteren werden ausserdem Sucht- und Abhängigkeitsprobleme, sowie einige spezifisch die therapeutische Hypnose erschwerende Randbedingungen ausgeführt – letztere sind für unsere Zwecke weniger relevant. (mehr …)

Tutorial: Spanking, Spaß und Spuren

Dienstag, 28. Juni 2011

Was bedeutet eigentlich „Aufwärmen“ bei Flagellationsspielen (Flagellation = Schlagen, von lat. flagellum = Geissel). Warum genau wärmen wir auf – oder lassen es aus bestimmten Gründen? Wie baue ich eine klassische Spanking-Session auf? Welche verschiedenen Motivationen treiben Flagellanten an, und wie setze ich bestimmte Ziele um? (mehr …)

Ein Brief an aktive Einsteiger

Donnerstag, 9. September 2010

Gestern erreichte mich die Anfrage eines aktiv-dominanten Interessenten, der bisher erst eine Studio-Erfahrung bei einer passiven Dame gemacht hatte und davon wohl etwas enttäuscht war. Aufgrund eigener Unsicherheiten habe er das Geschehen nicht wirklich genießen können, wolle nun aber mit mir einen neuen Versuch wagen.

Dann beschrieb er seine Phantasien als ein klassisches Szenario um Lust, Scham und „Bestrafung der Sklavin“ mit dem Rohrstock.

Meine Antworten sind in solchen Fällen einander immer recht ähnlich, daher möchte ich die gestrige hier einmal veröffentlichen: (mehr …)