Archiv für die Kategorie ‘Erotische Geschichten’

Tanz auf bebendem Parkett

Freitag, 2. März 2012

Neulich, bei einem SM-Workshop für Frauen.

Das Thema: „Tu, was du willst“. Wir Teilnehmerinnen sollten also lernen, Hemmungen abzubauen und dem eigenen Trieb zu folgen, statt dem passiven Partner gefallen zu wollen. Jedenfalls war das der offizielle Vorwand. Ich persönlich wollte ja eigentlich nur mit Leuten spielen, die hinterher nicht behaupten konnten, sie hätten nicht gewusst, worauf sie sich einlassen. Und ich war ganz sicher nicht die einzige, die den Seminarcharakter des Nachmittags nicht gar so eng sah.

Nach der obligatorischen Gesprächsrunde über unsere göttlich-dominanten Selbstzweifel, mit deren Inhalt ich den geneigten Leser nicht langweilen möchte, ging es ans Werk. Für den praktischen Teil der Veranstaltung in einem wunderschönen großen Saal mit Parkettboden und offenem Dachgebälk, knisterndem Kamin und ausgewählten SM-Möbeln waren einige überwiegend männliche Opfer von den Damen mitgebracht worden. Und da Frauen als soziale Wesen gern teilen, sollte keiner von uns langweilig werden.

Ich hatte mich meiner Freundin angeschlossen, die, wie es so ihre Art ist, keinerlei Probleme gehabt hatte, an williges Gefolge zu gelangen. (mehr …)

Monolog einer Gouvernante

Mittwoch, 23. Juni 2010

Junger Mann!

Das darf ja wohl nicht wahr sein. Gerade habe ich die Post Ihrer Eltern sortiert, und was finde ich? Schon wieder einen Brief Ihrer Schule. Diesmal haben Sie sich gleich mit der Direktorin angelegt: „Frechheiten und Widerworte“, stand da zu lesen. Ja ist es denn zu fassen? Ist es wirklich nötig, dass Sie Ihren Eltern so viel Kummer machen? Machen Sie sich auf ein Donnerwetter Ihres Herrn Vaters gefasst, wenn die beiden aus dem Ausland zurück sind! Ein Diplomatensohn, aus bestem Hause, und dann ein solches Benehmen. Manchmal frage ich mich, ob Sie noch ganz gesund sind im Kopf!? (mehr …)

Die Expertin

Donnerstag, 15. April 2010

Diese Geschichte habe ich Ende 2003 für den Lustschmerz-Adventskalender geschrieben. (Kennt noch jemand Lustschmerz?)
Ähnlichkeiten der Protagonistin mit der Autorin sowie des Ortes der Handlung mit den Räumlichkeiten des Studio Rex sind rein zufällig. Ein Marmorbad hätte ich aber schon gern … 😉

Ich sitze in der Küche in einem breiten Rattan-Sessel, allein, und entspanne mich. Surfe ein bisschen im Netz, beantworte emails – es klingelt. Schnell klappe ich mein Laptop zu, streife den hauchdünnen schwarzen Chiffonmantel über meine glänzende Satinwäsche, schlüpfe in die Lacksandaletten mit den mörderhohen Absätzen und husche zur Tür. Ein Blick durch den Spion: brauner Zauselkopf, Studentenlook – na, ob der sich nicht in der Tür geirrt hat?

Ich öffne, hauche: “komm rein”, frage, ob er einen Termin hat (wohl wissend, dass ich zu dieser Zeit keinen vergeben habe, aber die Frage verunsichert sie immer so niedlich) und fordere ihn auf, mir zu folgen.
Ich gehe den langen Korridor voran. Meine Absätze klacken auf dem Parkett. Lange Beine in eleganten halterlosen Nahtstrümpfen, sanft wiegende Hüften unter wehendem, zarten Stoff. Es wirkt immer. Auch bei dem hier ist es bloss eine Frage guter Kinderstube, nicht jetzt schon auf den Teppich zu sabbern, als ich ihn in eines der Zimmer führe. (mehr …)

Sing, Vögelchen!

Freitag, 26. Februar 2010

Eine Geschichte von Undine, nach einer wahren Begebenheit.
Erstabdruck in den Schlagzeilen Vol. 101 (2009)

Der junge Mann auf dem Stuhl vor mir schaut ein wenig müde – ich habe ihn gerade, mitten in der Nacht, von zwei kräftigen Kerlen aus seinem Bett zerren, hierher in diesen Raum verschleppen und an den Stuhl fesseln lassen – aber er grinst mich an. Grinst. Mich. An. Und fängt sich eine. Seine Wange färbt sich rosig.
Ich öffne meinen Aktenkoffer. Lege eine Reihe von Dingen auf den Tisch zwischen uns. Eine Rolle Mülltüten mit jeweils dreißig Litern Fassungsvermögen. Ein Viehtreiber, Modell „Classic“, keines der freundlichen Geräte nach den neuen Tierschutzrichtlinien. Ein Hunderterpack Kanülen, 0,8mm, Gewebe-Klebeband, ein Springmesser, eine handliche Lötlampe.
Das hier wird nicht schön werden.

Der junge Mann auf dem Stuhl vor mir hat ein Geheimnis. Ein Geheimnis, das einzig und allein dem Zweck dient, seinem Träger von mir entrissen zu werden. (mehr …)