Diese Geschichte habe ich Ende 2003 für den Lustschmerz-Adventskalender geschrieben. (Kennt noch jemand Lustschmerz?)
Ähnlichkeiten der Protagonistin mit der Autorin sowie des Ortes der Handlung mit den Räumlichkeiten des Studio Rex sind rein zufällig. Ein Marmorbad hätte ich aber schon gern …
Ich sitze in der Küche in einem breiten Rattan-Sessel, allein, und entspanne mich. Surfe ein bisschen im Netz, beantworte emails – es klingelt. Schnell klappe ich mein Laptop zu, streife den hauchdünnen schwarzen Chiffonmantel über meine glänzende Satinwäsche, schlüpfe in die Lacksandaletten mit den mörderhohen Absätzen und husche zur Tür. Ein Blick durch den Spion: brauner Zauselkopf, Studentenlook – na, ob der sich nicht in der Tür geirrt hat?
Ich öffne, hauche: “komm rein”, frage, ob er einen Termin hat (wohl wissend, dass ich zu dieser Zeit keinen vergeben habe, aber die Frage verunsichert sie immer so niedlich) und fordere ihn auf, mir zu folgen.
Ich gehe den langen Korridor voran. Meine Absätze klacken auf dem Parkett. Lange Beine in eleganten halterlosen Nahtstrümpfen, sanft wiegende Hüften unter wehendem, zarten Stoff. Es wirkt immer. Auch bei dem hier ist es bloss eine Frage guter Kinderstube, nicht jetzt schon auf den Teppich zu sabbern, als ich ihn in eines der Zimmer führe. (weiterlesen…)